ESSEN, 4. Juli (Berlin Morgen Zeitschrift) – Die Alternative für Deutschland (AfD) hat im Rahmen ihres Parteitages in Essen ihre Führung bestätigt. Während die Delegierten ihre Co-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla für zwei weitere Jahre im Amt bestätigten, versammelten sich zehntausende Menschen zu Protesten gegen die einwanderungsfeindliche Partei.
Der Parteitag konnte trotz angekündigter Störungen pünktlich beginnen, da viele Delegierte bereits vor der Errichtung der Blockaden eintrafen. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich etwa 31.000 Menschen an den überwiegend friedlichen Demonstrationen, die Organisatoren sprachen von über 50.000 Teilnehmern.
Die Proteste führten in der Stadt zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Demonstranten blockierten Zufahrtsstraßen, seilten sich von Autobahnbrücken ab und hielten Sitzstreiks ab, wodurch der öffentliche Nahverkehr mit Bussen und Straßenbahnen teilweise unterbrochen wurde.
Die Stimmung auf den Straßen war von deutlicher Ablehnung gegenüber der Partei geprägt.
„Es ist wichtig, ein Signal gegen den Rechtsruck zu setzen“, sagte die 19-jährige Demonstrantin Lene Krug. „Die AfD ist eine antidemokratische Partei, die Hass verbreitet.“
Kritiker werfen der AfD vor, nationalsozialistische Verbrechen zu verharmlosen und Verbindungen zu rechtsextremen Gruppierungen zu unterhalten. Die Parteiführung weist diese Vorwürfe konsequent zurück. Ein interner Vorschlag, Regeln für Mitgliederkontakte zu extremistischen Gruppen zu lockern, wurde nach Druck aus der Führungsebene zurückgezogen, soll aber innerhalb eines Jahres erneut geprüft werden.
Die AfD, die in nationalen Umfragen derzeit hohe Werte erreicht, strebt bei den kommenden Landtagswahlen in Ostdeutschland weitere Erfolge an. Umfragen deuten darauf hin, dass die Partei bei der Wahl im September in Sachsen-Anhalt eine absolute Mehrheit erringen könnte. Bei der vergangenen Bundestagswahl landete die Partei mit 20 Prozent der Stimmen auf dem zweiten Platz hinter dem CDU/CSU-Bündnis von Bundeskanzler Friedrich Merz.
Nach ihrer Wiederwahl betonte Alice Weidel den Anspruch der Partei.
„Wir sind die neue Volkspartei in Deutschland“, erklärte sie vor den Delegierten.
Co-Vorsitzender Tino Chrupalla blickte bereits auf eine mögliche Regierungsbeteiligung.
„Vielleicht können wir bald alleine regieren“, sagte Chrupalla.
Dies wäre laut ihm das richtige Signal an diejenigen, die versucht hätten, den Parteitag zu verhindern.



























