Ein Jahr Schwerelosigkeit im Dienst der Forschung
Ein Mitglied der dreiköpfigen Besatzung wird für ein volles Jahr an Bord der Station verbleiben, was einen neuen nationalen Rekord darstellt. Üblicherweise dauern die Aufenthalte der Besatzungen in der Erdumlaufbahn lediglich sechs Monate. Wer die vollen zwölf Monate im All verbringen wird, entscheidet die Weltraumbehörde im Verlauf der Mission. Dieser extreme Langzeitaufenthalt liefert den Wissenschaftlern wertvolle Erkenntnisse über die körperlichen und psychischen Auswirkungen der Schwerelosigkeit. Während der Zeit im Orbit werden die Folgen von Strahlenbelastung, Knochenschwund und Muskelabbau sowie psychischer Stress genau analysiert. Diese Erkenntnisse sind zwingend notwendig, um die Gesundheit der Astronauten auf dem riskanten Weg zu einer erfolgreichen Mondlandung zu garantieren. Das Land China investiert massiv in diese medizinische Forschung.
Die technologische Generalprobe im Erdorbit
Neben den biologischen Untersuchungen steht die Erprobung neuer Flugmanöver im Fokus der aktuellen Mission. Das Raumschiff führt das erste vollautomatische, schnelle Rendezvous- und Andockverfahren am Kernmodul der Station durch. Ein exakt identischer Software-Algorithmus ist für die spätere Mondlandung vorgesehen, bei der die Kapsel und das Landemodul autonom im Mondorbit koppeln müssen. Für den Flug zum Erdtrabanten entwickelt das Land völlig neue Hardware-Komponenten, die in den kommenden Jahren intensiven Tests unterzogen werden. Dazu gehören die schwere Trägerrakete Langer Marsch 10, das neue Raumschiff Mengzhou und das Landemodul Lanyue. China sieht sich hierbei in einem engen zeitlichen Rahmen. Ein unbemannter Testflug des neuen Raumschiffs ist bereits für das laufende Jahr geplant.

Globaler Wettbewerb um die Ressourcen des Mondes
Der Wettlauf im Weltraum verschärft sich zusehends, da auch die Vereinigten Staaten eine baldige Rückkehr von Menschen zum Mond anstreben. Die US-Weltraumbehörde NASA plant eine bemannte Mondlandung derzeit für das Jahr 2028 und liegt damit zeitlich leicht vor den Plänen aus Peking. Beide Supermächte haben dabei insbesondere den Südpol des Erdtrabanten im Visier, da dort große Vorkommen von wertvollem Wassereis vermutet werden. Aus Sicht der Verantwortlichen ist der Bau einer dauerhaften Infrastruktur auf dem Himmelskörper von strategischer Bedeutung. China plant, bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts gemeinsam mit Russland eine permanente Forschungsstation auf der Mondoberfläche zu errichten.
Der Chefbiologe des aktuellen Programms betonte in einem offiziellen Statement den wissenschaftlichen Wert der aktuellen Mission:
„Die gewonnenen Daten zur menschlichen Physiologie bilden das Fundament für das Überleben unserer Besatzungen auf dem Weg zum Mond.“
Internationale Kooperationen und zukünftige Ziele
Das Land China öffnet ihr Raumfahrtprogramm zunehmend für internationale Partner, um eine breitere Allianz im All aufzubauen. Aktuell werden unter anderem zwei Piloten aus Pakistan für zukünftige Einsätze an Bord der Tiangong-Station ausgebildet. Einer dieser Astronauten soll bereits im Laufe dieses Jahres zu einem Kurzzeitaufenthalt in den Orbit reisen. Parallel zu den Vorbereitungen für die bemannte Mondlandung laufen die Planungen für robotische Missionen zur Erkundung potenzieller Landeplätze. Die Raumsonde Chang’e-7 soll im Laufe des Jahres starten, um mithilfe eines fliegenden Detektors direkt in den tiefen Kratern des Südpols nach Wassereis zu suchen. China demonstriert damit eindrucksvoll seine technologische Vormachtstellung.




























