CARACAS, 6. Juli (Berlin Morgen Zeitschrift) – Mehr als eine Woche nach den verheerenden Erdstößen in Venezuela ist die Zahl der Todesopfer auf 3.535 gestiegen. Wie die Behörden am Montag mitteilten, sind neben den Verstorbenen weiterhin rund 18.000 Menschen obdachlos, nachdem das Erdbeben die Hauptstadt und umliegende Küstenregionen erschütterte.
Der ranghohe Abgeordnete Jorge Rodriguez gab den offiziellen Stand bekannt. Demnach wurden bei der Katastrophe insgesamt 16.740 Personen verletzt. Die beiden Beben vom 24. Juni erreichten Magnituden von 7,2 und 7,5 und ereigneten sich unmittelbar nacheinander. Besonders schwer getroffen wurden Caracas sowie die nahegelegene Küstenregion La Guaira.
Die humanitäre Lage vor Ort bleibt angespannt. Nach Angaben der sozialen Vizepräsidentschaft sind derzeit mindestens 12.800 Betroffene in 80 provisorischen Notunterkünften in Caracas und La Guaira untergebracht. Die Regierung steht aufgrund der massiven Auswirkungen und der Kritik an den Hilfsmaßnahmen unter hohem Druck.
Die amtierende Präsidentin Delcy Rodriguez wies die Vorwürfe einer späten oder unzureichenden Reaktion zurück. Sie betonte, dass Sicherheitskräfte unmittelbar nach den Beben entsandt wurden. Zudem kündigte die Regierung die Bildung einer neuen militärischen Einheit an, die zukünftig schneller auf Katastrophen und Notfälle reagieren soll.
In der schwer betroffenen Stadt La Guaira bot sich am Montag ein düsteres Bild. Zeugen beobachteten, wie Lastwagen und forensische Mitarbeiter Särge transportierten. In einem abgegrenzten Areal, das mit weißen Kreuzen markiert wurde, begannen Behörden damit, nicht identifizierte Leichen in ausgehobenen Gräben beizusetzen.
Die Vereinten Nationen haben ihre Hilfsoperationen weiter intensiviert und stimmen sich eng mit der Regierung in Caracas ab. Dabei liegt der Fokus derzeit auf der Bergung von Verschütteten sowie der medizinischen Versorgung der Verletzten.
„Einige Such- und Rettungsteams sind weiterhin in den betroffenen Gebieten im Einsatz, während andere spezialisierte Ingenieurteams und medizinische Unterstützung weiterhin eintreffen“, erklärte der UN-Sprecher Stephane Dujarric am Montag gegenüber Journalisten.
Gegenwärtig arbeiten die UN-Agenturen an einer umfassenden Bedarfsanalyse, die als Grundlage für einen aktualisierten Reaktionsplan dienen soll. Die Organisation betreut bereits drei Camps direkt vor Ort und prüft derzeit weitere Standorte, um die Kapazitäten für die Unterbringung der obdachlosen Bevölkerung kurzfristig zu erweitern. Wann der detaillierte Bericht zur weiteren Strategie veröffentlicht wird, blieb zunächst offen.



























