ANKARA, 6. Juli (Berlin Morgen Zeitschrift) – Die Niederlande planen, auf dem anstehenden NATO-Forum in Ankara Verteidigungsverträge und Projekte im Gesamtwert von mehr als 3 Milliarden Euro bekannt zu geben. Dies bestätigte die niederländische Verteidigungsministerin Dilan Yesilgoz in einem Interview in der türkischen Hauptstadt. Die Ankündigungen erfolgen unmittelbar vor dem Treffen der politischen Führungskräfte des Bündnisses.
Zu den geplanten Vorhaben zählen unter anderem strategische Partnerschaften mit Belgien im Bereich der Luftverteidigung. Zudem ist eine Kooperation mit Großbritannien für den Bau neuer Marineschiffe vorgesehen. Ministerin Yesilgoz betonte, dass die Niederlande darüber hinaus eine Intensivierung gemeinsamer Projekte mit Deutschland anstreben. Diese Initiativen sollen die Verteidigungsfähigkeit innerhalb des Bündnisses maßgeblich stärken.
Die Ministerin unterstrich, dass es sich bei dem Investitionsvolumen nicht lediglich um unverbindliche Zusagen handelt. Vielmehr sollen auf dem Forum greifbare und detaillierte Konzepte vorgestellt werden. Die Maßnahmen dienen dazu, das geforderte höhere Verteidigungsbudget der NATO-Mitglieder zu untermauern. Diese Bestrebungen stehen im Kontext der Erwartungen innerhalb des Bündnisses, die unter anderem durch die Forderungen der USA geprägt sind.
„Wir haben verschiedene Ebenen von Plänen mit den Ländern um uns herum, innerhalb der NATO“, sagte Dilan Yesilgoz gegenüber Reuters.
Angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Lage betonte die Ministerin die Notwendigkeit einer gesteigerten europäischen Eigenverantwortung. Unabhängig von den politischen Entwicklungen in Washington sei es ein gesundes Signal, wenn Europa verstärkt in die eigene Verteidigung und die dazugehörige Industrie investiert. Yesilgoz zeigte sich zudem überzeugt von der anhaltenden Relevanz der transatlantischen Partnerschaft, da die gegenseitige Unterstützung für die Sicherheit und den Schutz der beteiligten Staaten unerlässlich bleibe.
Das NATO-Forum in Ankara dient als Vorbereitung auf den Gipfel, an dem neben den Staats- und Regierungschefs auch der US-Präsident teilnehmen wird. Die Beratungen beginnen am Dienstagabend mit einem gemeinsamen Abendessen und werden am Mittwoch im Rahmen des Nordatlantikrats fortgesetzt. Mit den geplanten Ankündigungen unterstreichen die Niederlande ihre Rolle als aktiver Akteur innerhalb der Allianz und reagieren auf die wachsenden Anforderungen an die militärische Leistungsfähigkeit und die gemeinsame Sicherheitsarchitektur. Die Projekte zielen darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen den europäischen NATO-Staaten enger zu vernetzen und langfristig angelegte Beschaffungsvorhaben zu sichern.



























