Teheran, 17. März 2026 – Berlin Morgen Zeitschrift, Israels Verteidigungsminister Katz hat bekannt gegeben, dass Ali Larijani getötet wurde. Der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran soll bei einem gezielten Luftangriff in Teheran eliminiert worden sein. Iran hat sich bisher nicht zu der Behauptung geäußert. Falls bestätigt, wäre Ali Larijani getötet der hochrangigste Todesfall seit den Angriffen am 28. Februar, bei denen der ehemalige oberste Führer Ali Khamenei starb. Larijani wurde zuletzt am Freitag bei der al-Quds-Tag-Kundgebung in Teheran gesehen. Der 67-Jährige galt als pragmatischer Diplomat und spielte eine Schlüsselrolle bei den Atomverhandlungen von 2015. Zusätzlich behauptet Israel, den Basidsch-Kommandeur Gholam Reza Soleimani getötet zu haben.
Aufstieg einer politischen Schlüsselfigur
Die Nachricht, dass Ali Larijani getötet wurde, erschüttert nicht nur den Iran, sondern die gesamte Region. Larijani durchlief eine bemerkenswerte politische Laufbahn, die ihn zu einem der wichtigsten Akteure in der iranischen Politik machte. Mit 20 Jahren heiratete er Farideh Motahari, die Tochter eines engen Vertrauten von Ruhollah Khomeini, dem Gründer der Islamischen Republik.
Anders als viele seiner Zeitgenossen verfügte Larijani über eine säkulare akademische Ausbildung. Er erwarb einen Abschluss in Mathematik und Informatik, bevor er eine Promotion in westlicher Philosophie mit Schwerpunkt auf Immanuel Kant abschloss. Diese ungewöhnliche akademische Laufbahn unterschied ihn von vielen anderen iranischen Politikern, die ausschließlich religiöse Ausbildungen genossen hatten.
Frühe Karriere und Regierungsämter
Nach der islamischen Revolution von 1979 trat Larijani zunächst den Revolutionsgarden bei, bevor er in die Regierung wechselte. Seine vielseitige Karriere führte ihn durch verschiedene einflussreiche Positionen. Er diente als Kulturminister der Islamischen Republik und übernahm später die Leitung des staatlichen Rundfunks IRIB, wo er erheblichen Einfluss auf die Medienlandschaft des Landes ausübte.
Im Jahr 2005 erreichte Larijani eine seiner wichtigsten Positionen, als er zum Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats ernannt wurde. Gleichzeitig übernahm er die Rolle als Irans oberster Atomunterhändler, ein Amt von höchster strategischer Bedeutung. In dieser Funktion führte er komplexe Verhandlungen mit westlichen Mächten über das iranische Atomprogramm, bevor er 2007 von diesem Posten zurücktrat.
Parlamentspräsident und Atomabkommen
Von 2008 an war Larijani drei aufeinanderfolgende Amtszeiten lang Parlamentspräsident, eine Position, die er bis 2020 innehatte. In dieser einflussreichen Funktion spielte er eine zentrale und unverzichtbare Rolle bei der Sicherung der parlamentarischen Zustimmung zum historischen Atomabkommen von 2015. Seine diplomatische Erfahrung, sein pragmatischer Ansatz und sein tiefes Verständnis sowohl für westliche als auch für iranische Perspektiven machten ihn zu einem respektierten Verhandlungspartner auf internationaler Ebene.
Europas diplomatische Optionen schwinden
Für Deutschland und Europa dürfte diese Entwicklung weitreichende Konsequenzen haben, insbesondere für die ohnehin fragilen Bemühungen um eine Wiederbelebung des Atomabkommens. Larijani war einer der wenigen iranischen Gesprächspartner, denen europäische Diplomaten über Parteigrenzen hinweg Vertrauen entgegenbrachten. Sein möglicher Tod beseitigt einen der letzten pragmatischen Kanäle zwischen Teheran und dem Westen. Bundeskanzler Scholz hatte erst im vergangenen Monat betont, dass diplomatische Lösungen im Nahost-Konflikt unverzichtbar seien. Doch mit jedem gezielten Angriff auf hochrangige iranische Funktionäre schwindet der Spielraum für Verhandlungen. Deutsche Unternehmen, die auf stabile Energiemärkte angewiesen sind, müssen sich auf weitere Turbulenzen einstellen. Die Frage ist nicht ob, sondern wann Teheran reagieren wird.

Rückkehr in die Sicherheitspolitik
Im August 2025 kehrte Larijani als Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats zurück und übernahm erneut eine zentrale Position in der iranischen Führung. Diese Rückkehr erfolgte zu einem kritischen Zeitpunkt, als der Iran mit erheblichen außenpolitischen Herausforderungen konfrontiert war. Er half dabei, die Strategie des Landes inmitten des amerikanisch-israelischen Konflikts mit dem Iran zu steuern und koordinierte die sicherheitspolitischen Maßnahmen der Islamischen Republik.
Letzter öffentlicher Auftritt
Larijani wurde zuletzt am vergangenen Freitag öffentlich gesehen, als er zusammen mit Irans Präsident Masoud Pezeshkian an der al-Quds-Tag-Kundgebung zur Unterstützung der Palästinenser in Teheran teilnahm. Dieser Auftritt nur wenige Tage vor der Meldung, dass Ali Larijani getötet wurde, unterstreicht die Dramatik und Plötzlichkeit der aktuellen Entwicklungen. Bei der Veranstaltung wirkte er noch vital und engagiert.
Historische Bedeutung des Vorfalls
Falls die Nachricht bestätigt wird, dass Ali Larijani getötet wurde, wäre dies die hochrangigste Tötung im laufenden Konflikt seit den amerikanisch-israelischen Angriffen am ersten Kriegstag am 28. Februar. Damals wurden der ehemalige oberste Führer Ali Khamenei und mehrere Mitglieder seiner Familie getötet, was eine dramatische Eskalation der regionalen Spannungen auslöste.
Weitere israelische Militäroperationen
Das israelische Militär behauptete in einem Beitrag auf der Plattform X am Dienstag außerdem, den Kommandeur der Basidsch-Einheit eliminiert zu haben. Die Basidsch ist die paramilitärische interne Sicherheitsmiliz des Korps der Islamischen Revolutionsgarden. „Geleitet durch präzise Informationen des Militärgeheimdienstes führte die Luftwaffe gestern im Herzen Teherans einen gezielten Angriff durch und eliminierte Gholam Reza Soleimani, der in den letzten sechs Jahren Kommandeur der Basidsch-Einheit war“, hieß es in der offiziellen Erklärung.
Internationale Konsequenzen
Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit größter Besorgnis und wartet gespannt auf eine offizielle Stellungnahme aus Teheran. Die Behauptung, dass Ali Larijani getötet wurde, könnte weitreichende Folgen für die ohnehin hochgradig angespannte Lage im Nahen Osten haben. Experten befürchten eine weitere Eskalation der Spannungen zwischen Israel und dem Iran, die möglicherweise den gesamten Nahen Osten destabilisieren könnte.




























