WASHINGTON, 9. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Die Regierung von Präsident Donald Trump hat europäische Staaten offiziell dazu aufgefordert, vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft strikte Ebola Reisebeschränkungen für Personen aus den betroffenen zentralafrikanischen Ländern zu verhängen.
Hintergrund ist die Sorge vor einer internationalen Ausbreitung des Virus während des bevorstehenden sportlichen Großereignisses. Ein entsprechender diplomatischer Vorstoß in Form einer Demarche wurde bereits am 1. Juni an die europäischen Partner übermittelt, wie aus diplomatischen Kreisen in Afrika bestätigt wurde.
Bisher haben die betroffenen EU-Staaten auf die US-Forderung nach neuen Ebola Reisebeschränkungen offiziell nicht reagiert. Die US-amerikanische Regierung verfolgt mit diesem Schritt das Ziel, eine einheitliche internationale Sicherheitsstrategie zu etablieren. Die Behörden betonen, dass gerade während der Weltmeisterschaft, die in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet, das Risiko für den grenzüberschreitenden Transfer von Infektionen steige.
Vorkehrungen der US-Behörden
Bereits im vergangenen Monat erließ das US-amerikanische Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) eine Anordnung, die Nicht-Staatsbürgern mit Aufenthalt in der Demokratischen Republik Kongo, Uganda oder dem Südsudan die Einreise untersagt, sofern sie sich innerhalb der letzten 21 Tage in diesen Gebieten aufgehalten haben. US-Bürger, die aus diesen Regionen zurückkehren, müssen sich speziellen Untersuchungen an ausgewählten Flughäfen unterziehen. Außenminister Marco Rubio betonte mehrfach, dass ein Eintrag des Virus in die Vereinigten Staaten unter allen Umständen vermieden werden müsse, auch wenn medizinische Einrichtungen für eine Eindämmung bereitstünden.
Die US-Regierung sieht in der konsequenten Umsetzung von Ebola Reisebeschränkungen ein notwendiges Instrument, um die nationale Sicherheit zu gewährleisten. Ein Beamter des Außenministeriums erklärte dazu:
„Andere Länder müssen ihren Teil dazu beitragen, sicherzustellen, dass dieser Ausbruch sich nicht weiter ausbreitet. Handeln ist jetzt erforderlich. Das beinhaltet finanzielle Beiträge und die Umsetzung von vernünftigen Beschränkungen bei Ebola Reisebeschränkungen für den Reiseverkehr aus der betroffenen Region.“
Internationale Diplomatie und Kritik
Die Abstimmung mit den europäischen Partnern bleibt ein zentraler Punkt der aktuellen Außenpolitik. Außenminister Rubio sprach erst am Dienstag mit der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, über die globale Reaktion auf den Ausbruch. Trotz der diplomatischen Bemühungen, Ebola Reisebeschränkungen als Standard zu etablieren, steht die US-Regierung intern in der Kritik. Vor allem die vorangegangene Schließung der US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID) sowie drastische Kürzungen der Hilfsgelder im Vorfeld des Ausbruchs werden von Kritikern bemängelt.
Die Regierung entgegnet, dass sie mit der Lieferung von 150 Tonnen medizinischem Material und zugesagten Finanzhilfen von über 200 Millionen US-Dollar den bisher größten Beitrag zur internationalen Ebola-Bekämpfung leistet. Dennoch bleibt die Situation vor dem Anpfiff der Weltmeisterschaft komplex. Die Umsetzung der geforderten Ebola Reisebeschränkungen wird nun maßgeblich davon abhängen, ob sich die Europäische Union der Linie Washingtons anschließt, um die Einreise von Fans und Athleten aus Risikogebieten kurzfristig neu zu regeln.



























