BRÜSSEL, 11. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Die Europäische Kommission hat ein offizielles Verfahren gegen den Tech-Giganten Meta eingeleitet. Grund dafür sind Vorwürfe, dass das Design der Plattformen Facebook und Instagram süchtig machende Strukturen aufweise, die insbesondere bei jungen Nutzern problematisch seien. Die EU-Behörden fordern nun konkrete Designänderungen, um den exzessiven Medienkonsum zu unterbinden.
Der Technologiejournalist Emmet Ryan äußerte sich kritisch gegenüber den aktuellen Bemühungen des Konzerns, den Nutzern Pausen zu erleichtern oder wirksame Kontrollmechanismen für Eltern bereitzustellen. Laut Ryan seien die bestehenden Maßnahmen unzureichend, um den Drang zum unkontrollierten Scrollen zu minimieren. Die EU-Kommission unterstützt diese Einschätzung und sieht in den aktuellen Algorithmen einen Verstoß gegen geltende digitale Regelwerke.
Die Kernproblematik liegt laut Experten in der psychologischen Gestaltung der Benutzeroberflächen. Kleine, ständige Benachrichtigungen stimulieren die Dopaminrezeptoren der Nutzer und fördern so das sogenannte Doomscrolling, bei dem Anwender über einen langen Zeitraum hinweg Inhalte konsumieren, ohne die Plattform zu verlassen.
Emmet Ryan sagte dazu im Interview:
„Es wird auf Facebook und Instagram nicht genug getan, um jüngere Nutzer dazu zu bewegen, eine Pause einzulegen.“
Sollte Meta die geforderten Anpassungen nicht vornehmen, drohen dem Unternehmen empfindliche Geldstrafen. Ein solches Verfahren könnte sich jedoch über einen längeren Zeitraum erstrecken, da dem Unternehmen im Falle einer Verurteilung das Recht auf Berufung zusteht. Ryan äußerte zudem die Befürchtung, dass Meta auf die Forderungen der Kommission lediglich mit kosmetischen Veränderungen reagieren könnte, die den Kern des Problems – die algorithmische Bindung der Nutzer – nicht nachhaltig lösen.
Meta widerspricht den vorläufigen Untersuchungsergebnissen der EU-Kommission entschieden. Das Unternehmen betont, bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen zu haben, um junge Nutzer zu schützen. In einer offiziellen Stellungnahme gab Meta an, dass die von der EU geäußerten Bedenken die bisherigen Schritte des Unternehmens nicht angemessen berücksichtigen würden. Der weitere Verlauf des Verfahrens bleibt abzuwarten, während Brüssel den Druck auf große Plattformen weiter erhöht.



























