WASHINGTON, 9. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Bei russischen Luftangriffen in der Ukraine sind im vergangenen Monat Juni mindestens 265 Zivilisten getötet worden. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden zudem 1.816 weitere Menschen bei den Attacken verletzt.
Wie Rosemary DiCarlo, die Leiterin der UN-Abteilung für politische Angelegenheiten, vor dem Sicherheitsrat mitteilte, stellt dies die höchste kombinierte Opferzahl seit den ersten Monaten nach dem Beginn des umfassenden russischen Angriffs im Februar 2022 dar.
Daten des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte belegen, dass die Zahl der zivilen Opfer bereits im Mai einen Höchststand seit April 2022 erreicht hatte. Aktuelle Auswertungen deuten nun darauf hin, dass diese Entwicklung im Juni nochmals übertroffen wurde. Eine endgültige statistische Aufarbeitung für den Monat Juni soll Ende Juli offiziell veröffentlicht werden.
Die UN-Vertreterin warnte, dass die hohe Intensität der Angriffe offenbar auch in den Juli hineinreicht. Allein in der vergangenen Woche verzeichneten die Behörden drei massive Wellen russischer Luftschläge. Diese Angriffe zielten vermehrt auf Kiew sowie weitere ukrainische Großstädte ab, in denen sich dicht besiedelte urbane Zentren befinden.
„Jegliche Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur, wo auch immer sie stattfinden, stellen einen eindeutigen Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht dar und müssen unverzüglich eingestellt werden.“, sagte Rosemary DiCarlo vor dem UN-Sicherheitsrat.
Seit dem Beginn des Krieges hat das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte nach eigenen Angaben mindestens 16.402 getötete Zivilisten in der Ukraine verifiziert. Darunter befinden sich auch 802 Kinder. Die Zahl der verletzten Personen beläuft sich auf insgesamt 48.428, wobei 2.948 Kinder zu dieser Gruppe zählen. Die UN betont in ihrem Bericht jedoch ausdrücklich, dass die tatsächlichen Opferzahlen wahrscheinlich deutlich über diesen verifizierten Werten liegen.
Die UN-Berichterstattung umfasst zudem die Zivilbevölkerung in den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine sowie innerhalb des russischen Staatsgebiets. Dort werden ebenfalls zivile Opfer gemeldet, deren exakte Bestätigung sich jedoch als schwierig erweist. Russische Behörden gaben für das erste Halbjahr 2026 an, dass innerhalb Russlands 250 Zivilisten getötet und 1.596 verletzt wurden. Die Vereinten Nationen teilten mit, dass sie derzeit nicht in der Position seien, diese Zahlen eigenständig zu verifizieren.
Die diplomatischen Bemühungen der Vereinten Nationen konzentrieren sich weiterhin darauf, den Schutz ziviler Infrastruktur einzufordern. Angesichts der zunehmenden Angriffe auf Wohngebiete bleibt die Lage für die Menschen vor Ort äußerst kritisch. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die weitere Entwicklung im Juli mit großer Sorge.


























