WASHINGTON, 10. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Die Vereinigten Staaten haben am Freitag neue Sanktionen gegen den Iran verhängt, die sich gezielt gegen einen zentralen Geldgeber des neuen iranischen Führers Mojtaba Khamenei sowie 13 weitere Einzelpersonen und Organisationen richten. Wie das Finanzministerium in Washington mitteilte, reagiert die US-Regierung damit auf die jüngst wiederaufgenommenen Angriffe Teherans auf Öltanker in der Straße von Hormus.
Im Zentrum der neuen Maßnahmen steht der iranische Bankier und Geschäftsmann Ali Ansari, der seinen Sitz in Dubai hat. Ansari wurde bereits in der Vergangenheit von Großbritannien sanktioniert, da er die Aktivitäten der iranischen Revolutionsgarden sowie andere staatliche Einheiten finanziell unterstützt haben soll. Das US-Finanzministerium wirft ihm vor, öffentliche Gelder in ein umfangreiches Portfolio aus Immobilien und gewerblichen Beteiligungen im Ausland umgeleitet zu haben.
Der Zweck dieser Strukturen sei laut den US-Behörden die persönliche Bereicherung sowie die finanzielle Unterstützung der iranischen Elite und des Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC). Ansari war zudem Eigentümer der inzwischen aufgelösten Ayandeh Bank, die im Oktober 2025 auf Anordnung der iranischen Regierung geschlossen wurde.
Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums nahm zudem wichtige iranische Wechselstuben sowie ausländische Tarnfirmen ins Visier. Diese sollen jährlich Milliarden von Dollar im Auftrag sanktionierter iranischer Banken bewegt haben. Durch den Einsatz komplexer Netzwerke aus Briefkastenfirmen versuchten die Akteure den Angaben zufolge, die illegalen Aktivitäten der Regierung zu verschleiern.
Die Ankündigung der Sanktionen erfolgte an einem Tag relativer Ruhe, nachdem es zuvor zu einer deutlichen Verschärfung des Konflikts gekommen war. Nachdem drei kommerzielle Tanker aus Katar und Saudi-Arabien unter iranisches Feuer geraten waren, reagierten die USA mit Angriffen auf iranische Stellungen. Teheran antwortete daraufhin mit Attacken auf US-Militäranlagen in Golfstaaten.
US-Präsident Donald Trump erklärte am Freitag, dass der mit dem Iran vereinbarte Waffenstillstand beendet sei. Gleichzeitig betonte die US-Regierung, dass man auf Wunsch Teherans zu weiteren Gesprächen bereit sei. Der Iran erklärte unterdessen, man sei für eine umfassende Verteidigung bereit, sollte Washington die im letzten Monat vereinbarte Absichtserklärung verletzen.
Der führende Verhandlungsführer des Irans, Mohammad Baqer Qalibaf, unterstrich auf dem Messengerdienst Telegram, dass der Konflikt niemals mit einer Kapitulation Teherans enden werde. Die USA verfolgen derweil das Ziel, Teheran wirtschaftlich weiter zu isolieren. US-Finanzminister Scott Bessent betonte, dass man weiterhin alle verfügbaren Mittel nutzen werde, um Mojtaba Khamenei und andere hochrangige iranische Funktionäre vom globalen Finanzsystem abzukoppeln.
Experten sehen in dem Schritt eine strategische Neuausrichtung Washingtons.
„Washington ist nicht länger bemüht, den bestehenden Rahmen zu retten, sondern bereitet sich darauf vor, ihn vollständig zu ersetzen“, erklärte Brett Erickson, Managing Principal bei Obsidian Risk Advisors, zu den jüngsten Entwicklungen.
Die Ermittlungen ergaben, dass Ansari zahlreiche Briefkastenfirmen und Bankkonten in mehreren Jurisdiktionen nutzte, um Millionenbeträge anzuhäufen. Diese flossen unter anderem in die in Saint Kitts und Nevis ansässige Holdinggesellschaft Smart Global Limited. Das Unternehmen investierte in Immobilien und Gewerbeobjekte in Europa und der Golfregion.
In einer offiziellen Stellungnahme erklärte das US-Finanzministerium:
„Obwohl diese finanziellen Interessen auf den Namen Ansari eingetragen sind, werden sie letztlich zum finanziellen Vorteil von Mojtaba Khamenei, seiner Familie und anderen Eliten des Regimes sowie der Revolutionsgarden gehalten, die Ansari trotz seiner offenkundigen Korruption und des erheblichen Schadens, den er der iranischen Wirtschaft und Bevölkerung zugefügt hat, vor Bestrafung geschützt haben.“
Neben den Hauptakteuren wurden auch Maßnahmen gegen weitere iranische Staatsangehörige eingeleitet, die in die Aktivitäten der Wechselstuben verwickelt waren. Zudem richten sich die Sanktionen gegen die in Hongkong ansässige CDM Trading Limited sowie gegen die in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässige Naba Alzaki Raw Materials Trading LLC. Diese Unternehmen stehen im Verdacht, aktiv an der Abwicklung der finanziellen Transaktionen beteiligt gewesen zu sein.


























