PARIS, 13. Juli (Berlin Morgen Zeitschrift) – Westliche Verbündete versammeln sich an diesem Montag in der französischen Hauptstadt, um zusätzliche Zusagen für die Luftverteidigung der Ukraine zu sichern. Das Treffen findet vor dem Hintergrund verstärkter russischer Raketenangriffe statt, die das Land zunehmend ungeschützt lassen.
Trotz einer veränderten Dynamik auf dem Schlachtfeld leidet die ukrainische Verteidigung unter einem kritischen Mangel an Munition. Präsident Wolodymyr Selenskyj wird bei dem Gipfel der sogenannten „Coalition of the Willing“ von mindestens 25 Staats- und Regierungschefs unterstützt.
Das Treffen zielt darauf ab, eine gemeinsame Position zu erarbeiten, die in den diplomatischen Austausch mit Russland einfließen könnte. Zudem geht es um langfristige Sicherheitsgarantien, die ein mögliches künftiges Friedensabkommen stützen sollen. Die Zusammenkunft erfolgt nur wenige Tage nach einem NATO-Gipfel, der die transatlantische Einheit unterstreichen sollte. In den vergangenen Wochen hat Russland seine Angriffe auf Kiew und die umliegende Region massiv intensiviert, was zu zahlreichen Todesopfern in der Zivilbevölkerung geführt hat.
Ein zentrales Thema der Gespräche in Frankreich ist die verstärkte Kooperation bei der Abwehr ballistischer Raketen. Die französische Präsidentschaft betonte, dass der Fokus auf der Beschaffung von US-Patriot-Abfangraketen sowie der beschleunigten Bereitstellung des französisch-italienischen SAMP-T-Luftverteidigungssystems liegt. Darüber hinaus untersuchen Experten, wie die europäische und ukrainische Verteidigungsindustrie gemeinsam kosteneffiziente Alternativen entwickeln können.
Neun Nationen, darunter Deutschland, Italien, Schweden, Dänemark und Norwegen, führen im Vorfeld Gespräche mit etwa einem Dutzend Unternehmen. Zu den beteiligten Konzernen gehören Eurosam, Leonardo, Thales und Saab. Diplomatischen Kreisen zufolge steht eine förmliche Bekanntgabe des Projekts Freyja bevor. Dabei handelt es sich um den Versuch der Ukraine, mit europäischer Unterstützung ein kostengünstigeres Abwehrsystem als das Patriot-Modell aufzubauen.
Die russischen Angriffe haben besonders in den vergangenen Monaten schwerwiegende Folgen für die Bevölkerung gehabt. Der ukrainische Präsident Selenskyj unterstrich die Dringlichkeit der Lage in einem Beitrag in sozialen Medien:
„Die von Wladimir Putin abgefeuerten ballistischen Raketen zielen bewusst auf zivile Zonen, und der Juni war einer der mörderischsten Monate seit Beginn des Krieges.“
Während Russland behauptet, ausschließlich militärisch relevante Ziele anzugreifen, berichten ukrainische Behörden von verheerenden Schäden in Wohngebieten. Die Ukraine ist derzeit kaum in der Lage, die mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit fliegenden ballistischen Flugkörper abzufangen. Aufgrund dieser technologischen Unterlegenheit hat Kiew die Verbündeten eindringlich um eine Aufstockung der Versorgung gebeten. Zudem forderte die ukrainische Regierung eine engere Zusammenarbeit bei der Entwicklung eigener, lokaler Kapazitäten zur Flugabwehr.
Neben den militärischen Fragen beraten die Staatschefs auch über neue Maßnahmen zur Schwächung der russischen Einnahmequellen. Im Zentrum steht dabei die sogenannte „Schattenflotte“ – Tanker mit undurchsichtigen Besitzstrukturen, die eingesetzt werden, um Sanktionen bei Ölexporten zu umgehen. Die Europäische Union plant für die kommende Woche die Verabschiedung eines weiteren Sanktionspakets gegen Russland.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat für den Gipfel weitere bilaterale Ankündigungen in Aussicht gestellt, die insbesondere die gemeinsame Rüstungsproduktion betreffen könnten. Zudem könnten gemeinsame Militärübungen der Koalition bekannt gegeben werden. Diese sollen das Konzept einer multinationalen Einheit für die Ukraine in der Praxis weiterentwickeln. Dabei betonen offizielle Stellen, dass es nicht darum geht, derartige Übungen direkt auf ukrainischem Staatsgebiet durchzuführen. Vielmehr sollen die verschiedenen Säulen, bestehend aus Land-, Luft- und Seestreitkräften, stetig auf ihre Einsatzbereitschaft hin getestet werden, um die allgemeine Glaubwürdigkeit der Verteidigungsbemühungen zu garantieren.



























