MOSKAU, 15. Juli (Berlin Morgen Zeitschrift) – Bei einem ukrainischen Drohnenangriff nahe dem Kernkraftwerk Saporischschja ist der Chefingenieur der Anlage ums Leben gekommen. Wie der Chef des russischen Staatskonzerns Rosatom, Alexei Lichatschow, am Mittwoch mitteilte, ereignete sich der Vorfall in der Nähe der von Russland kontrollierten Atomanlage in der südöstlichen Ukraine.
Laut der offiziellen Mitteilung von Rosatom schlug die Drohne in einen Dienstwagen ein, der sich auf der Strecke zwischen dem Kraftwerksgelände und der nahegelegenen Stadt Enerhodar befand. Bei dem Angriff wurden der Chefingenieur Alexander Jakowlew sowie der Fahrer des Fahrzeugs getötet. Die Stadt Enerhodar, in der ein Großteil der Belegschaft des Kernkraftwerks lebt, gerät seit Beginn des Konflikts regelmäßig unter Beschuss.
Russische Behörden machten umgehend die ukrainische Regierung für den Angriff verantwortlich. Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, bezeichnete die Tat als ein Verbrechen des Kiewer Regimes und forderte eine klare Verurteilung durch internationale Institutionen wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA). Bereits am vergangenen Freitag hatte der Kreml der Ukraine eine Eskalation von Angriffen auf die zivile Infrastruktur sowie Anlagen rund um das Kernkraftwerk vorgeworfen.
Rafael Grossi, der Leiter der IAEA, verurteilte den Vorfall, ohne dabei direkt eine der Konfliktparteien beim Namen zu nennen. In einer Stellungnahme betonte er die Ernsthaftigkeit der Bedrohungslage für die nukleare Sicherheit vor Ort.
Grossi erklärte dazu:
„Dies stellt einen inakzeptablen Angriff auf das Werk und seine Führung dar, der die nukleare Sicherheit ernsthaft gefährdet.“
Das Kernkraftwerk Saporischschja ist mit sechs Reaktorblöcken das größte seiner Art in Europa. Russische Truppen hatten das Gelände in den ersten Wochen ihrer Invasion im Jahr 2022 besetzt. Seitdem werfen sich beide Konfliktparteien regelmäßig gegenseitig vor, durch militärische Aktivitäten die Sicherheit der Anlage massiv zu gefährden. Laut Angaben von Rosatom seien in dem Gebiet rund um das Kraftwerk in den vergangenen zweieinhalb Monaten bereits 13 Menschen durch Angriffe getötet und 48 weitere Personen verletzt worden. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Lage angesichts der drohenden Gefahr für die nukleare Sicherheit mit wachsender Sorge.


























