ISLAMABAD, 23. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Pakistan und der Iran prüfen auf Initiative Chinas Wege zur Wiederaufnahme festgefahrener Verhandlungen mit den USA zur Beendigung des fast fünfmonatigen Konflikts, wie drei pakistanische Quellen mitteilten.
Vor allem Versuche zur Entspannung der Lage im Nahen Osten stehen im Mittelpunkt der aktuellen Beratungen in Islamabad. Die sondierenden Gespräche fanden im Rahmen eines Besuchs des iranischen Innenministers Eskandar Momeni in Islamabad statt. Es handelte sich bereits um seinen zweiten Besuch innerhalb von zehn Tagen. Momeni, der dem Korps der Islamischen Revolutionsgarde nahesteht, traf sich nach offiziellen Angaben mit pakistanischen Regierungsvertretern und Armeechef Asim Munir. Sämtliche Quellen betonten jedoch, dass die Hürden für Gespräche mit den USA weiterhin sehr hoch liegen.
Komplizierte Lage für Vermittler
Pakistan befindet sich als potenzieller Vermittler in einer zunehmend schwierigen Position. Die vom Iran unterstützte Huthis-Bewegung im Jemen erklärte diese Woche eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien, einen engen Verbündeten Islamabads. Pakistan ist auf finanzielle Unterstützung aus Riad angewiesen und hat die jüngsten Huthis-Angriffe scharf verurteilt. Zu große Zugeständnisse gegenüber Teheran könnten die Beziehungen zu Saudi-Arabien belasten. Gleichzeitig ist Pakistan wirtschaftlich stark von Peking abhängig. China hat eigene wirtschaftliche Interessen an einer diplomatischen Lösung zur Wiedereröffnung zentraler Handelsrouten im Nahen Osten.
Der pakistanische Außenminister Ishaq Dar besprach die Notwendigkeit neuer Initiativen für den Nahen Osten bei seinem Besuch in China mit chinesischen Vertretern. Die chinesische Regierung zeigt sich besorgt über die Beeinträchtigungen wichtiger Transportwege.
Chinas wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel
China gilt als wichtigster Handelspartner des Iran und kauft trotz internationaler Sanktionen den Hauptteil des iranischen Rohöls. Zudem unterstützt Peking Vermittlungsbemühungen in der Region seit Längerem und entsandte bereits im März einen Sonderbeauftragten für Pendeldiplomatie. China unterstützt nach offiziellen Angaben der Regierung die Vermittlungsbemühungen Pakistans und anderer Parteien zur Wiederherstellung des Friedens in der Golfregion.
Im Juni hatten die USA und der Iran nach Vermittlung durch Pakistan und Katar eine Absichtserklärung unterzeichnet, die ein 60-Tage-Fenster für Verhandlungen schuf. Die indirekten Gespräche brachten jedoch keinen Fortschritt, und beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig von Verstößen, was zur Wiederaufnahme der Feindseligkeiten führte.
Bedingungen für neue Verhandlungen
Die Huthis erklärten kürzlich den Angriff auf zwei saudi-arabische Öltanker im Rahmen ihrer Seeblockade, was die globale Ölversorgung neben der teilweisen Schließung der Straße von Hormus weiter gefährdet. Dies erhöht die Hürden für die pakistanische Diplomatie beträchtlich. Ein Ende der Angriffe auf Saudi-Arabien und andere Golfstaaten gilt nun als zwingende Voraussetzung für die Wiederaufnahme von Verhandlungen.
„Die Chinesen sind unzufrieden, weil die Angriffe des Iran auf andere Golfstaaten und die Schließung der Straße von Hormus ihre Interessen treffen“, sagte ein pakistanischer Regierungsbeamter.



























