DRESDEN (Berlin Morgen Zeitschrift) – Angesichts der Tatsache, dass Europas größter Automobilhersteller vor einem der radikalsten Umbrüche seiner Geschichte steht, fordern deutsche politische Führungskräfte gemeinsame Anstrengungen, um sicherzustellen, dass die Produktionsstätten von Volkswagen im Land nicht untergehen. Nachdem das Unternehmen einen Gewinnrückgang um die Hälfte verzeichnet hat und vom weltweiten Wettbewerb betroffen ist, hat das Thema inzwischen nationale Dimensionen angenommen.
Was treibt die Volkswagen-Krise an?
Die derzeitige schwierige Lage bei Volkswagen ist das Ergebnis eines Zusammenspiels mehrerer Faktoren, die die Gewinne in den vergangenen Jahren reduziert haben. Im Jahr 2025 erzielte VW einen operativen Gewinn von 8,9 Milliarden Euro, 53 % weniger als die 19,1 Milliarden Euro im Vorjahr, während die operative Marge von 5,9 % auf 2,8 % sank. Auch im ersten Halbjahr 2026 änderte sich die Situation kaum, da der Umsatz bei 158,1 Milliarden Euro stagnierte, während der operative Gewinn um weitere 11,6 % auf 5,9 Milliarden Euro zurückging. Die Fahrzeugverkäufe sanken um 8,4 % auf 4,0 Millionen Einheiten, was vor allem auf den Rückgang in China zurückzuführen war.
Das Management machte die Auswirkungen der US-Zölle, ungünstige Wechselkurseffekte, die gestiegenen Produktionskosten in Deutschland und den zunehmenden Wettbewerb durch chinesische Hersteller von Elektrofahrzeugen für den Abschwung verantwortlich. CEO Oliver Blume hat die Mitarbeiter wiederholt davor gewarnt, dass
„die Situation mehr als kritisch ist“
und
„die Reise zur Kostensenkung noch nicht vorbei ist.“
Um dieses Problem anzugehen, hat VW einen Vorschlag zur Streichung von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen innerhalb des Konzerns sowie zur Schließung mehrerer Werke in Deutschland vorgelegt – etwas, das seit 87 Jahren nicht mehr geschehen ist.
Welche Werke und Arbeitsplätze sind gefährdet?
Im Rahmen des derzeit von Volkswagen vorgeschlagenen Restrukturierungsplans gibt es eine Reihe wichtiger deutscher Werke, die betroffen sein könnten. Dazu gehören Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm (Audi). Laut internen Unternehmensdokumenten mit dem Titel „Group Target Picture 2030“ könnte die Produktion in Zwickau und Emden bis 2031 eingestellt werden, in Hannover bis 2032 und in Neckarsulm bis 2034. Berichten zufolge gilt die Schließung der Werke in Emden und Zwickau als „nahezu sicher“, während weitere Stellenkürzungen bei Audi-Werken erfolgen sollen.
Was die Beschäftigung betrifft, hat VW bereits eine Reduzierung um etwa 50.000 Arbeitsplätze vereinbart, davon 35.000 bei der Kernmarke, während 37.000 Beschäftigte Vereinbarungen über Abfindungen und Vorruhestand unterzeichnet haben. Blume ist bereit, weitere 50.000 Arbeitsplätze abzubauen, was zu einer Gesamtreduzierung von 100.000 Stellen führen könnte. Der CEO betont jedoch, dass die Schließung von Werken die „letzte und teuerste Lösung“ wäre.


























