Die Grünen ziehen 1983 in den Bundestag ein – eine politische Zeitenwende
Von der Protestbewegung ins Parlament
Die Grünen im Bundestag 1983 – Am 6. März 1983 gelang der jungen Protestpartei „Die Grünen“ erstmals der Einzug in den Deutschen Bundestag.
Mit 27 Abgeordneten stellten sie eine neue, unkonventionelle Kraft in der bundesdeutschen Politik dar.
Ihre Mandatsträger fielen nicht nur durch ihre politischen Forderungen auf, sondern auch durch ihr äußeres Erscheinungsbild:
Strickpullover, lange Bärte und ein betont basisdemokratischer Stil prägten das Bild der ersten grünen Fraktion.
Bekannte Namen prägen die erste Fraktion
Zu den bekanntesten Abgeordneten gehörten Joschka Fischer, der zuvor als Straßenkämpfer bekannt war, Ex-General Gert Bastian, die charismatische Friedensaktivistin Petra Kelly sowie der ehemalige RAF-Anwalt Otto Schily.
Die Grünen brachten Themen wie Umweltschutz, Abrüstung und soziale Gerechtigkeit mit einer neuen Radikalität in den Bundestag und sorgten mit ihren Protestaktionen immer wieder für Aufsehen.
Der vorübergehende Verlust der Parlamentspräsenz
Mit der deutschen Wiedervereinigung 1990 gerieten die Grünen in eine politische Krise.

Während sie in Westdeutschland weiterhin Unterstützer hatten, konnten sie in Ostdeutschland kaum Wähler mobilisieren.
Dies führte dazu, dass sie bei der Bundestagswahl 1990 an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterten und aus dem Parlament ausschieden – mit Ausnahme des ostdeutschen „Bündnis 90“, das eigenständig in den Bundestag gewählt wurde.
Neubeginn als „Bündnis 90/Die Grünen“
In den folgenden Jahren vollzog sich eine Neuausrichtung der Partei.
1993 fusionierten „Die Grünen“ mit „Bündnis 90“ und traten ab der Bundestagswahl 1994 als „Bündnis 90/Die Grünen“ an.
Dies ebnete ihnen den Weg zurück in den Bundestag.
Der endgültige Durchbruch folgte 1998: Nach der Bundestagswahl bildeten sie gemeinsam mit der SPD eine Regierungskoalition unter Bundeskanzler Gerhard Schröder.
Damit wurden sie erstmals zur Regierungspartei und Joschka Fischer übernahm als erster grüner Politiker ein Ministeramt – das des Außenministers und Vizekanzlers.
Von der Protestbewegung zur etablierten Partei – Die Grünen im Bundestag 1983
Der Einzug in den Bundestag 1983 markierte den Beginn eines langen politischen Weges für die Grünen.
Von der anfangs radikalen Protestpartei entwickelten sie sich über die Jahre hinweg zu einer etablierten Kraft in der deutschen Politik, die schließlich Regierungsverantwortung übernahm.
Ihr Einfluss auf Themen wie Umweltpolitik, Menschenrechte und Abrüstung prägt das politische Geschehen bis heute.
Die Grünen im Bundestag 1983 – Wir bleiben am Ball für Sie. BerlinMorgen.
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