WARSCHAU, 2. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Polen will ab dem 1. September die Nutzung von Mobiltelefonen in Schulen für unter 16-Jährige verbieten und plant, strengere Altersverifizierungsregeln für den Zugang zu Pornografie einzuführen, sagte Premierminister Donald Tusk am Dienstag.
Smartphone Verbot an Schulen
Das geplante Gesetz sieht vor, dass Kinder im Alter von 7 bis 15 Jahren auf dem Schulgelände keine Mobiltelefone mehr nutzen dürfen. Dies betrifft sowohl die Unterrichtszeit als auch die Pausen zwischen den Lerneinheiten. Den Schulen soll dabei eine rechtliche Grundlage geboten werden, um sichere Verwahrungsmöglichkeiten für die Geräte während der Schultage einzurichten.
Premierminister Donald Tusk betonte die Dringlichkeit dieses Vorhabens.
„Wir schlagen ein Verbot der Handynutzung in Grundschulen während des Unterrichts und in den Pausen vor, da wir überzeugt sind, dass Eltern und Lehrer dieses Instrument benötigen“, erklärte Tusk zu dem Gesetzesentwurf.
Die Regierung sieht hierbei eine gesamtgesellschaftliche Notwendigkeit, um dem steigenden Druck durch soziale Medien und digitale Spiele entgegenzuwirken.
Kampf gegen digitale Abhängigkeit
Die Entscheidung der polnischen Regierung reiht sich in internationale Bestrebungen ein, den Einfluss von Smartphones auf Konzentration und Verhalten junger Menschen zu begrenzen. Länder wie die Niederlande, Italien und Südkorea haben bereits ähnliche Verbote erlassen. Die polnische Regierung warnt vor den weitreichenden Folgen für die Entwicklung Heranwachsender, wenn die ständige Erreichbarkeit und die Suchtpotenziale digitaler Plattformen ungehindert bestehen bleiben.
Neben dem Handyverbot in den Schulen steht auch der Schutz vor jugendgefährdenden Inhalten im Netz im Fokus. Das Digitalministerium arbeitet an einem separaten Gesetzesentwurf, der Betreiber von Pornografie-Websites zu strengeren Altersverifikationen verpflichtet. Diese Mechanismen dürfen dabei nicht auf einfachen Altersabfragen basieren, sondern müssen den strengen Anforderungen des Datenschutzes und der Privatsphäre entsprechen.
Neue Regeln für das Internet
Die geplanten Vorgaben für den Zugang zu pornografischen Inhalten sollen sicherstellen, dass Minderjährige effektiv vor entsprechenden Angeboten geschützt werden. Die Regierung betont, dass die Verifizierung nicht auf biometrischen Daten oder der Analyse des Online-Verhaltens basieren darf, um die Grundrechte der Nutzer zu wahren. Dies könnte die Anbieter vor technische Herausforderungen stellen, da die neuen Pflichten eine klare Identitätsprüfung ohne Missbrauch der Daten erfordern.
Bereits im Februar deutete Bildungsministerin Barbara Nowacka weitere Schritte an, um Kinder unter 15 Jahren von der Nutzung sozialer Medien fernzuhalten. Diese Pläne könnten zu Konflikten mit großen US-amerikanischen Technologieunternehmen führen. Diese argumentieren, dass der Fokus auf die Art und Weise der Gerätenutzung gelegt werden sollte. Sie verweisen zudem auf die Vorteile von Smartphones für die Sicherheit, die Kommunikation und das Lernen im schulischen Kontext.




























