BERLIN, 3. Juli (Berlin Morgen Zeitschrift) – Bundeskanzler Friedrich Merz hat auf die jüngste Kritik von US-Präsident Donald Trump an den deutschen Militärausgaben reagiert. In Berlin betonte der Kanzler am Freitag, dass Deutschland keinen Grund habe, sich für seine Anstrengungen im Verteidigungsbereich zu rechtfertigen.
Angesichts der bevorstehenden Zusammenkunft der NATO-Führung in Ankara unterstrich Merz den deutschen Kurs zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeiten innerhalb der Europäischen Union.
Trump hatte zuvor auf der Plattform Truth Social die Ausgaben der NATO-Verbündeten scharf angegriffen. Er bezeichnete die bisherigen deutschen Bemühungen als lächerlich und bemängelte eine mangelnde Gegenseitigkeit in der transatlantischen Partnerschaft. Dabei verwies er insbesondere auf die Ausgabenquoten zwischen den Jahren 2014 und 2025.
Merz verwies darauf, dass Deutschland sein Verteidigungsbudget innerhalb von vier Jahren verdopple. Dies sei die größte Anstrengung, die das Land je unternommen habe, um die eigene Verteidigungsfähigkeit zu festigen. Als größtes Mitgliedsland der EU trage Deutschland eine besondere Verantwortung innerhalb Europas, der man sich voll bewusst sei. Die Bundesregierung sehe die Bedrohung durch Russland sehr ernst und rüste sich entsprechend dagegen.
Im vergangenen Jahr hatten sich die Staats- und Regierungschefs der NATO in Den Haag darauf verständigt, bis 2035 insgesamt 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigungsgüter auszugeben. Deutschland strebt an, diese Marke bereits deutlich früher zu erreichen. Merz bestätigte, dass die Bundesrepublik das Ziel von 3,5 Prozent bereits im Jahr 2029 erfüllen werde. Damit liegt Deutschland deutlich vor dem ursprünglich vereinbarten Zeitplan des Bündnisses.
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Washington und Berlin sind derzeit belastet. Trump kritisierte europäische Partner wiederholt, nachdem es zu Spannungen aufgrund von Ereignissen in Grönland und dem Konflikt mit dem Iran gekommen war. Merz betonte vor diesem Hintergrund, dass Deutschland den Kurs der Aufrüstung konsequent fortsetzen werde, um die Sicherheit des Kontinents eigenständig und im Bündnis zu gewährleisten.
„Deutschland ist dabei, sein Verteidigungsbudget innerhalb von vier Jahren zu verdoppeln, was die größte Anstrengung ist, die wir je zur Stärkung unserer Verteidigungsfähigkeiten unternommen haben“, sagte Merz vor Journalisten in Berlin.
Die kommenden Gespräche in Ankara werden zeigen, wie die europäischen Partner auf die Forderungen aus den USA reagieren und inwieweit die Einigkeit innerhalb der NATO trotz der jüngsten Differenzen gewahrt werden kann. Der deutsche Kanzler sieht sein Land jedenfalls für die anstehenden Debatten gut aufgestellt und setzt auf eine transparente Kommunikation der eigenen Verteidigungsanstrengungen.


























