MOSKAU, 18. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Bei massiven ukrainischen Drohnenangriffen auf Logistikzentren sind in Russland sieben Lagerarbeiter getötet worden. Weitere Dutzende Personen erlitten bei den Attacken Verletzungen, zudem verursachte ein Angriff einen Brand in einem Öldepot im Umfeld der Hauptstadtregion, wie regionale Gouverneure am Samstag berichteten.
Die schwersten Folgen hatte ein Drohneneinschlag in der Stadt Kotowsk in der Region Tambow, die etwa 475 Kilometer südöstlich von MOSKAU liegt. Betroffen war ein Lagerhaus des führenden russischen Online-Einzelhändlers Wildberries.
Gouverneur Jewgeni Perwischow bestätigte den Tod der Mitarbeiter. Er teilte über den Nachrichtendienst Telegram mit, dass sieben Menschen, die in der Nachtschicht arbeiteten, noch am Einsatzort starben. Perwischow ergänzte zudem, dass die russische Luftabwehr 28 weitere Drohnen auf dem Anflug abfangen konnte. Er betonte, dass die Opferzahlen ohne diese Abwehrmaßnahmen deutlich höher ausgefallen wären. Insgesamt wurden in diesem Fall 25 Personen verletzt.
Die ukrainische Führung nahm direkt Bezug auf die Vorfälle. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte über den Kurznachrichtendienst X, dass Kiew zwei Logistikeinrichtungen angegriffen habe, die von Russland für die Lieferung von Komponenten für die Drohnenproduktion sowie für Navigationsausrüstung genutzt würden. Auch eine Ölanlage wurde nach Angaben des Präsidenten getroffen.
Ein weiterer Drohnenangriff ereignete sich in Elektrostal, einer Stadt östlich von MOSKAU. Dort traf ein Flugkörper ein weiteres Warenhaus von Wildberries. Der Gouverneur der Region, Andrej Worobjow, meldete für diesen Standort 24 verletzte Personen.
Die Mitgründerin und Geschäftsführerin von Wildberries, Tatjana Kim, äußerte sich bestürzt über die Ereignisse. Sie sprach von einer schrecklichen Nacht für Russland sowie für das Unternehmen und drückte den Familien der Opfer ihr Beileid aus.
Zusätzlich zu den Angriffen auf die Logistikzentren kam es in der Stadt Noginsk, die ebenfalls in der Region um die Hauptstadt liegt, zu weiteren Zwischenfällen. Nach Angaben von Worobjow verursachten herabfallende Trümmerteile einer Drohne einen Brand in einem Öldepot.
Der Gouverneur machte keine näheren Angaben zum genauen Ausmaß der Schäden an dieser Anlage. Er bestätigte jedoch, dass bei diesem Vorfall in Noginsk zwei Menschen verletzt wurden. Aufgrund der Gefahrenlage musste zudem eine nahegelegene Entbindungsklinik vorsorglich evakuiert werden.
Die Gesamtsituation in den betroffenen Regionen bleibt angespannt, während die lokalen Behörden die Schäden an der Infrastruktur weiter bewerten und die medizinische Versorgung der zahlreichen Verletzten koordinieren. Die russischen Sicherheitsbehörden untersuchen den genauen Hergang der Drohnenangriffe, die in dieser Koordination eine neue Qualität der Bedrohung für die Logistikstandorte des Unternehmens und die umliegende Infrastruktur darstellen.



























