BRÜSSEL, 3. Juli (Berlin Morgen Zeitschrift) – Die Europäische Kommission hat am Freitag fünf groß angelegte, grenzüberschreitende Verteidigungsprojekte vorgeschlagen, um den Weg für eine gezielte Finanzierung durch EU-Mittel zu ebnen. Diese als „Europäische Verteidigungsprojekte von gemeinsamem Interesse“ bezeichneten Initiativen sollen die europäische Sicherheitsarchitektur nachhaltig festigen.
Zu den zentralen Vorhaben zählt ein Drohnen- und Abwehrprojekt, an dem sich 26 EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen und die Ukraine beteiligen. Ein weiteres Projekt konzentriert sich auf die Überwachung der Ostflanke, an dem 13 EU-Länder, Norwegen und die Ukraine mitwirken. Das Spektrum wird zudem durch ein integriertes See- und Unterwasserverteidigungssystem, ein Luft- und Raketenabwehrprojekt mit Frühwarnsystem sowie ein satellitengestütztes Verteidigungsvorhaben ergänzt.
Die Kommission betonte, dass diese Initiativen einen Rahmen schaffen, in dem Mitgliedstaaten gemeinsam an Verteidigungsinitiativen arbeiten können, die für einzelne Nationen zu komplex oder umfangreich seien.
„Die neuen Projekte bieten einen Rahmen für EU-Länder, um bei großen Verteidigungsinitiativen zusammenzuarbeiten, die zu groß oder zu komplex für einzelne Länder sind, um sie eigenständig zu entwickeln“, erklärte die EU-Kommission in einer offiziellen Stellungnahme.
Das Drohnenprojekt mit dem Titel „Drohnen und Maßnahmen gegen Drohnen – die Entschlossenheit Europas“ (DECODER) zielt darauf ab, die Entwicklung und den Einsatz unbemannter Systeme zu koordinieren. Die teilnehmenden Länder planen für dieses spezifische Vorhaben ein Investitionsvolumen von etwa 3,5 bis 5 Milliarden Euro bis zum Jahr 2033. Insgesamt sind im Rahmen des europäischen Verteidigungsindustrieprogramms vorerst 325 Millionen Euro für diese Projekte vorgesehen, wobei weitere Mittel in der Zukunft nicht ausgeschlossen sind.
Damit ein Vorhaben als offizielles Verteidigungsprojekt von gemeinsamem Interesse eingestuft werden kann, muss es nachweislich die Innovation fördern und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Verteidigungsindustrie steigern. Zudem sollen die Projekte dazu beitragen, die Marktfragmentierung innerhalb der Union zu verringern. Die Kooperation orientiert sich dabei eng an den Fähigkeitsprioritäten der NATO. Bevor die Projekte offiziell starten können, bedürfen sie der Zustimmung des Rates der Europäischen Union.


























