Bundestagspräsidentin Klöckner eröffnet Ausstellung über politische Häftlinge in der DDR
Berlin – Erinnerung gegen das Vergessen
Ausstellung politische Häftlinge DDR – Porträtreihe im Paul-Löbe-Haus zeigt die Gesichter hinter dem Unrecht der Staatssicherheit
Am Dienstagabend, dem 8. April 2025, hat Bundestagspräsidentin Julia Klöckner im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages eine neue Ausstellung eröffnet, die sich mit dem Schicksal ehemaliger politischer Häftlinge in der DDR auseinandersetzt.
Unter dem Titel „Staatssicherheitsinhaftierung / Porträt 2023 – 2024“ zeigt der Fotograf André Wagenzik eindrucksvolle Porträts von 100 Menschen, deren Leben durch politische Verfolgung, Zwangsarbeit und Repression im SED-Staat nachhaltig geprägt wurden.
Die Ausstellung wurde in Kooperation mit der Bundesstiftung Aufarbeitung und der SED-Opferbeauftragten des Bundestages, Evelyn Zupke, konzipiert. Sie ist vom 9. April bis zum 7. Mai 2025 im Paul-Löbe-Haus öffentlich zugänglich.
Ein persönliches Projekt – Fotograf war selbst politischer Häftling
Der Fotograf André Wagenzik, der die Porträtreihe im Zeitraum 2023 bis 2024 realisierte, ist selbst ein Betroffener.
Er saß in der DDR wegen politischer Gründe in Haft – wie rund 250.000 weitere Menschen, die in den vier Jahrzehnten der SED-Diktatur Opfer von Willkürjustiz und politisch motivierter Inhaftierung wurden.
Wagenziks Arbeiten sind nicht nur künstlerisch präzise, sondern auch zutiefst persönlich.
Jedes Porträt ist ein stilles Zeugnis von Mut, Schmerz und einem Leben, das durch politische Verfolgung unwiderruflich verändert wurde.
Starke Stimmen der Erinnerung: Zeitzeugen berichten
Zur Eröffnung waren neben dem Fotografen auch zwei Zeitzeugen anwesend: Edda Schönherz und Alexander Latotzky, beide selbst einst Opfer der SED-Repressionsmaschinerie.

In bewegenden Redebeiträgen berichteten sie von ihren Erfahrungen in Haft, von Überwachung, Isolation und dem Kampf um ihre Würde.
Ihre Geschichten stehen stellvertretend für Hunderttausende – und verleihen der Ausstellung eine tief bewegende Dimension.
Auch Dr. Anna Kaminsky, Direktorin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, betonte die Bedeutung der Aufarbeitung.
„Die Porträts geben den Opfern der politischen Verfolgung ein Gesicht – sie holen das erlebte Unrecht aus der Anonymität heraus“, so Kaminsky.
Julia Klöckner: „Demokratie lebt von Erinnerung“
In ihrer Eröffnungsrede stellte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner die politische und gesellschaftliche Relevanz der Ausstellung heraus:
„Diese Porträts zeigen nicht nur Gesichter – sie erzählen Geschichten von Menschen, die für ihre Freiheit bezahlt haben.
Unsere Demokratie lebt vom Bewusstsein für ihre Brüche und von der Verantwortung, aus Geschichte zu lernen.“
Klöckner rief dazu auf, die Aufarbeitung des DDR-Unrechts nicht als abgeschlossen zu betrachten.
Gerade in Zeiten wachsender Geschichtsvergessenheit und Relativierung autoritärer Systeme sei es entscheidend, Zeichen zu setzen und Erinnerungsräume zu schaffen.
Ausstellung bis 7. Mai im Bundestag zu sehen
Die Ausstellung „Staatssicherheitsinhaftierung / Porträt 2023 – 2024“ ist vom 9. April bis 7. Mai 2025 im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages zu besichtigen.
Sie richtet sich an die breite Öffentlichkeit, an Schulklassen, politische Bildungseinrichtungen und alle, die sich mit der Geschichte der deutschen Teilung und ihren Folgen auseinandersetzen wollen.
Besucherinformationen und Hinweise zur Anmeldung finden sich unter:
👉 www.bundestag.de/ausstellung-staatssicherheitsinhaftierung
Für Medienvertreter war zur Eröffnung eine gültige Bundestagsakkreditierung erforderlich.
Kunst als Erinnerungsarbeit – Ausstellung politische Häftlinge DDR
Mit der Porträtausstellung setzt der Bundestag ein starkes Zeichen für die Erinnerungskultur in Deutschland.
Die Gesichter der ehemaligen politischen Häftlinge sind Mahnung und Anerkennung zugleich.
Sie erinnern daran, dass Freiheit und Menschenwürde keine Selbstverständlichkeit sind – und dass die Stimmen derer, die für beides gelitten haben, niemals verstummen dürfen.
Ausstellung politische Häftlinge DDR – Wir bleiben am Ball für Sie. BerlinMorgen.