NÜRNBERG, 5. Juli (Berlin Morgen Zeitschrift) – Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat damit begonnen, einer wachsenden Anzahl von syrischen Flüchtlingen den Schutzstatus zu entziehen. Diese Entwicklung korrespondiert mit einem Anstieg der freiwilligen Rückkehr von Syrern in ihr Herkunftsland.
Wie der „Spiegel“ berichtet, führt die Behörde bereits seit längerer Zeit regelmäßige Überprüfungen der Akten syrischer Staatsangehöriger durch, wobei die Rate der Aberkennungen zuletzt deutlich zugenommen hat.
Obwohl das BAMF bereits vor dem Ende des Krieges in Syrien Ende 2024 Akten prüfte, blieben Widerrufe des Schutzstatus in den vorangegangenen Jahren eher die Ausnahme. In diesem Jahr hat sich dieser Trend jedoch fundamental gedreht. Während die Anzahl der monatlichen Aktenprüfungen mit durchschnittlich 1.404 Fällen auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr verharrt, ist der Anteil der Entscheidungen, die in einer Aberkennung des Schutzstatus münden, massiv gestiegen.
Lag die Widerrufsquote im Verlauf des Jahres 2025 noch unter vier Prozent der geprüften Akten, kletterte dieser Wert im Jahr 2026 auf rund 17 Prozent. Im Mai dieses Jahres wurde mit einem Wert von über 30 Prozent der bisher höchste Stand seit Beginn der verstärkten Überprüfungen verzeichnet. Das BAMF begründet diesen Anstieg mit einem stärkeren Fokus auf die Akten von Personen, die straffällig geworden sind. In diesen Fällen gestaltet sich der Entzug des Schutzstatus nach Angaben des Berichts rechtlich einfacher als bei nicht straffällig gewordenen Personen. Dennoch betont der Bericht, dass sich die Auswirkungen dieser Maßnahmen im Vergleich zu den insgesamt rund 500.000 Syrern, die aktuell in Deutschland unter Schutz stehen, auf einem begrenzten Niveau bewegen.
Parallel zu den Widerrufen verzeichnet die Bundesregierung einen Anstieg bei den freiwilligen Ausreisen syrischer Staatsangehöriger. Im Jahr 2025 kehrten 3.681 Syrer mit Unterstützung des Bundes in ihre Heimat zurück. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres stieg die Zahl der Rückkehrer bereits auf 2.325 Personen an, wobei allein im Monat Mai 652 Menschen das Angebot zur geförderten Rückkehr wahrnahmen.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bewertet diese Zahlen im internen Kreis als noch nicht ausreichend. Auf der Innenministerkonferenz Mitte Juni 2026 kündigte er an, die finanzielle Unterstützung für freiwillige Rückkehrer auf maximal 1.000 Euro pro Erwachsenem erhöhen zu wollen. Die finalen Details für dieses Programm befinden sich derzeit noch in der Abstimmung.
Die Zukunft syrischer Migranten in Deutschland war auch Gegenstand der Innenministerkonferenz in Hamburg. Dabei zeigten sich unterschiedliche politische Ansätze der Bundesländer. Ein Entwurf der SPD-geführten Länder, vertreten durch Niedersachsen, hob die Fortschritte bei der Integration hervor. Der Text betont, dass viele Syrer in Deutschland bereits fest integriert seien, sei es durch geregelte Beschäftigungsverhältnisse, ein Studium, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder aktives Engagement in der Gesellschaft.
Demgegenüber steht die Haltung der Unionsgeführten Länder. Das hessische Innenministerium unter der Leitung von Roman Poseck brachte das Aufenthaltsrecht syrischer Staatsbürger explizit auf die Agenda der Konferenz. Poseck verwies dabei auf die veränderte Praxis des BAMF bei den Asylverfahren. Er unterstrich die Dringlichkeit der Debatte mit Blick auf die Zulassungszahlen:
„Von den 25.923 Asylanträgen, die von syrischen Staatsangehörigen im Jahr 2025 eingereicht wurden, konnten lediglich 532 eine Anerkennung finden“, stellte das hessische Ministerium fest.


























