BERLIN, 9. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Deutschland hat sich mit den USA auf den Kauf von Tomahawk Marschflugkörpern mit hoher Reichweite geeinigt. Bundeskanzler Friedrich Merz gab die Vereinbarung am Donnerstag bekannt. Die Entscheidung fiel am Rande des NATO-Gipfels in Ankara. Die Raketen sollen zukünftig in Deutschland stationiert werden, um die Verteidigungsfähigkeit des Landes signifikant zu stärken.
Die Beschaffung der Waffensysteme markiert einen wichtigen Schritt für die nationale Sicherheit. Der Tomahawk Marschflugkörper gilt als bewährtes System, das bereits seit den 1980er Jahren im Inventar des US-Militärs geführt wird. Durch den Flug in geringer Höhe von etwa 30 Metern über dem Boden ist die Waffe für gegnerische Verteidigungssysteme nur schwer zu entdecken.
Nach seiner Rückkehr aus der türkischen Hauptstadt betonte Merz vor dem Deutschen Bundestag die Bedeutung dieser militärischen Neuerung. Die Integration der Marschflugkörper soll eine kritische Sicherheitslücke schließen, die insbesondere seit der russischen Invasion in der Ukraine deutlich wurde.
„Dies wird eine wichtige Lücke in unserer Verteidigung schließen, und gleichzeitig werden wir daran arbeiten, eigene europäische Systeme zu entwickeln und in Europa zu stationieren“, sagte Merz im Parlament.
Das Abkommen umfasst neben den Marschflugkörpern mit einer Reichweite von bis zu 1.600 Kilometern auch die zugehörigen bodengestützten Typhoon-Startsysteme. Die offizielle Genehmigung zur Beschaffung einer bislang nicht genannten Stückzahl der Waffen wird für August erwartet.
Die Vereinbarung unterstreicht eine engere sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit der Administration von Donald Trump. Der Fokus liegt dabei auf dem Transfer von Know-how an europäische Verbündete. Eine Stationierung von US-Personal für den Betrieb der Systeme ist nach aktuellem Stand der Absichtserklärung, die am Dienstag unterzeichnet wurde, nicht vorgesehen.
Erfolgreiche Verhandlungen zu diesem Thema wurden seit 2023 durch aufeinanderfolgende Bundesregierungen vorangetrieben. Zeitgleich mit diesem Abkommen gab US-Präsident Donald Trump bekannt, der Ukraine eine Lizenz zur Produktion von Patriot-Flugabwehrsystemen zu erteilen. Dies soll Kiew dabei unterstützen, sich effektiver gegen Raketenangriffe aus Russland zu verteidigen. Die deutsche Entscheidung für die Tomahawk-Systeme fügt sich in eine Reihe von Maßnahmen ein, mit denen europäische Staaten ihre militärische Abschreckung im aktuellen sicherheitspolitischen Umfeld erhöhen.


























