Neue Marschroute bis zum Zahrani-Fluss
Die Ausweitung der Kampfzone verschiebt die bisherigen Grenzen des Konflikts im Libanon fundamental. Über Wochen diente der Litani-Fluss als de facto Grenze für die israelischen Operationen im Grenzgebiet. Nun hat das Militär eine sofortige Evakuierungsaufforderung für alle Zivilisten herausgegeben, die südlich des Zaharani-Flusses leben. Betroffen sind dichte urbane Zentren, die zuvor als Zufluchtsorte galten. Zehntausende Menschen flüchteten am Wochenende in Richtung Norden. Nach offiziellen Angaben der Regierung in Beirut hat die Zahl der Binnenvertriebenen im Land mittlerweile die Marke von 1,2 Millionen überschritten. Bei heftigen nächtlichen Luftangriffen auf das Dorf Deir El Zahrani wurden mindestens acht Zivilisten getötet.
Erfolg an der Festung Beaufort
Ein zentraler Pfeiler der neuen Bodenoffensive ist die Einnahme der historischen Festung Beaufort. Die 900 Jahre alte Kreuzfahrerburg liegt auf einem steilen Gebirgskamm und gewährt dem israelischen Militär einen strategischen Vorteil. Von dieser Anhöhe aus lässt sich das gesamte galiläische Grenzgebiet im Norden Israels sowie das Umland im Südlibanon überwachen. Die Miliz hatte diese erhöhte Position in der Vergangenheit genutzt, um Panzerabwehrraketen auf israelische Wohngebiete abzufeuern. Israels Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, dass die Truppen die Festung als dauerhaften Außenposten halten werden. Bei den heftigen Gefechten um den strategischen Höhenzug wurde ein israelischer Soldat getötet.
Asymmetrische Drohnenangriffe im Grenzgebiet
Die Hisbollah leistet entlang der neuen Frontlinie erbitterten Widerstand gegen die vorrückenden mechanisierten Verbände. Die Miliz setzt dabei verstärkt auf kostengünstige, unjammbare Kamikaze-Drohnen, die über dünne Glasfaserkabel gesteuert werden. Da diese Flugkörper keine Funksignale aussenden und extrem niedrig fliegen, unterlaufen sie die elektronischen Abwehrsysteme der israelischen Armee. Die Kämpfe konzentrieren sich derzeit auf die Umgebung von Nabatiyeh, einer zentralen Hochburg der Organisation. Die Elitetruppen der Miliz nutzen das stark zerklüftete Kalksteingebirge und unterirdische Höhlensysteme, um israelische Panzerkolonnen aus dem Hinterhalt anzugreifen.
Diplomatischer Druck in Washington
Die plötzliche Eskalation im Libanon hat eine schwere internationale diplomatische Krise ausgelöst. Das französische Außenministerium verurteilte die Vertiefung der Bodenoffensive und forderte eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen. Die Offensive überschattet zudem hochrangige Gespräche, die zeitgleich im Pentagon in Washington stattfinden. Dort beraten Verteidigungsvertreter über die Umsetzung eines US-Friedensplans, der eine Entwaffnung der Miliz vorsieht. Regionale Analysten bewerten den israelischen Vorstoß als gezielten Versuch, vor dem Abschluss neuer Abkommen vollendete Tatsachen zu schaffen und die Verhandlungsposition zu stärken.
„Ich habe die Armee angewiesen, ihre Bodo-Manöver im Libanon auszuweiten“, erklärte Netanyahu in einer offiziellen Regierungserklärung.
Die israelische Luftwaffe intensivierte ihre Einsätze und flog innerhalb von 24 Stunden mehr als 40 Angriffe auf mutmaßliche Waffenlager und Kommandozentralen im Libanon. Eine Beruhigung der militärischen Lage ist vorerst nicht abzusehen.




























