KÖLN, 2. Juni (Berlin Morgen Zeitschrift) – Der Kölner Dom plant, ab Juli von Touristen Eintritt zu verlangen. Sie sollen jeweils 12 Euro zahlen, um die Instandhaltungskosten zu decken. Ein kleiner, kostenloser Bereich für Gläubige soll weiterhin zugänglich bleiben.
Hohe Kosten für den Erhalt
Die Instandhaltung der gotischen Kathedrale erfordert erhebliche finanzielle Mittel. Nach offiziellen Angaben belaufen sich die Kosten für den Erhalt, den täglichen Betrieb sowie die Sicherheit auf etwa 16 Millionen Euro pro Jahr. Das entspricht einer Summe von rund 44.000 Euro täglich. Da die Kölner Kathedrale seit 2019 jährlich ein Defizit verzeichnet, sind die Rücklagen der Kirche nahezu erschöpft.
Dompropst Guido Assmann erklärte dazu auf einer Pressekonferenz in KÖLN:
„Die Kathedrale kostet Geld; die Kathedrale braucht viel Geld. Natürlich ist der Eintrittspreis von 12 Euro daher mehr als willkommen.“
Zwei getrennte Eingänge
Um zwischen betenden Gläubigen und reinen Besichtigungstouristen zu unterscheiden, wird das Zugangssystem angepasst. Künftig gibt es zwei separate Eingänge. Über den Nordeingang erhalten Besucher weiterhin kostenfreien Zugang zu einem Bereich, der für das Gebet und das Entzünden von Kerzen reserviert ist. Der Haupteingang im Westen bleibt für zahlende Touristen vorgesehen, die das gesamte Gebäude besichtigen möchten.
Kinder sind von der Zahlung befreit. Zudem sind an bestimmten Feiertagen wie dem 6. Januar, dem 1. Mai oder dem Tag der Deutschen Einheit vergünstigte oder freie Besuche möglich.
Öffentliche Debatte über das Modell
Die Einführung der Gebühr löste in Deutschland eine kontroverse Diskussion aus. Kritiker führen an, dass registrierte Mitglieder der katholischen und protestantischen Kirche bereits Kirchensteuern zahlen und eine zusätzliche Eintrittsgebühr als ungerecht empfinden könnten. Dennoch gibt es auch Befürworter, die den Schritt aufgrund der hohen Unterhaltskosten für ein derart bedeutendes Kulturdenkmal als notwendig erachten.



























